Allgemeine Gesundheitliche Auswirkungen

Die Wirkungen elektromagnetischer Felder auf biologische Systeme, wie zum Beispiel den Menschen, sind sehr vielfältig. Sie hängen hauptsächlich von der Frequenz und der Intensität der einwirkenden Strahlung, daneben aber auch von individuellen Eigenschaften, Körperform, Körpergröße und Zustand des Immunsystems ab.

Im Resonanzbereich, also dort, wo die Körperabmessungen ungefähr mit der Wellenlänge übereinstimmen, ist die aufgenommene Strahlungsenergie am größten. Bei Erwachsenen liegt diese Resonanz bei ca. 30-100 MHz, also im Fernseh- und UKW-Bereich. Da die Wellenlänge mit zunehmender Frequenz abnimmt, werden Kleinkinder durch höhere Frequenzen stärker belastet.

Ihr Resonanzbereich liegt bei bis zu 300 MHz. In diesem Bereich liegen Anwendungen wie der digitale, gepulste Richtfunk, TETRA-Behördenfunk oder der Flugfunk. Obwohl die Energie bis zu einer Frequenz von ca. 300 GHz für eine Ionisation zu niedrig ist (nicht ausreicht), so können doch elektrische und elektrochemische Vorgänge, die im Stoffwechsel des Körpers ablaufen, beeinflusst werden. So ist z. B. jede kleine Muskelaktivität, jede Sinneswahrnehmung an einen elektrischen Impuls gebunden.

Bei den einzelnen Wirkungen lassen sich weder niederfrequente noch hochfrequente Felder voneinander unterscheiden.


Gesundheitliche Auswirkungen bei Niederfrequenz

Bei den niederfrequenten Feldern dominieren als sogenannte akute Wirkungen die Reizwirkungen auf Sinnes-, Nerven- und Muskelzellen.

Sie entstehen durch elektrische Spannungen, die durch die induzierten Ströme an Körperzellen erzeugt werden und die die körpereigenen Ströme beeinflussen.

Aber auch unterhalb dieser Reizwirkungen weisen Studien auf potentiell gesundheitsschädliche biologische Effekte wie Beeinträchtigungen des Immun-, des Hormon- und des Nervensystems hin.


Gesundheitliche Auswirkungen bei Hochfrequenz
Thermische Effekte

Bei hochfrequenten Feldern sind im unmittelbaren Nahbereich zu Sendeanlagen die thermischen Wirkungen vorherrschend, d. h. Erwärmung des Körpers bzw. bestimmter Körperteile durch Absorption elektromagnetischer Strahlung.

Die Stärke der Erwärmung hängt einerseits von der Intensität und Frequenz der Strahlung (je geringer die Frequenz, desto größer die Eindringtiefe), andererseits von der Art des Gewebes, seiner Lage im Körper und der Durchblutung ab.

Da an der Umwandlung von Strahlungs- in Wärmeenergie (Absorption) vor allem Wassermoleküle beteiligt sind und eine schlechte Durchblutung einer schnellen Abfuhr der erzeugten Wärme entgegensteht, sind Organe mit einem hohen Wassergehalt und einer schlechten Durchblutung besonders empfindlich.

Basisgröße für die Beurteilung der thermischen Wirkung von Hochfrequenzstrahlung ist die pro Zeiteinheit im Gewebe absorbierte Energie. Sie wird als Spezifische-Absorptions-Rate (SAR) bezeichnet. Ihre Einheit ist W/kg (Watt pro Kilogramm). Den Ganzkörper-SAR-Wert erhält man, wenn man die aufgenommene und umgewandelte Energie über den ganzen Körper mittelt. 

Werden nur Teile des Körpers bestrahlt, z. B. der Kopfbereich bei der Handynutzung, können sogenannte "Hitzeinseln" ("hot spots") entstehen, die die Verwendung lokaler oder Teilkörper-SAR-Werte notwendig machen.

Normalerweise kann der Körper ein Zuviel an Wärme ausgleichen. Es wird mehr Schweiß produziert, der beim Verdunsten kühlt, die Poren der Hautgefäße erweitern sich, so dass mehr Wärme über die Körperoberfläche abgegeben werden kann. Doch dieses System der Temperaturregulation hat auch seine Grenzen. Zudem kann die körpereigene Fähigkeit zur Thermoregulation nicht nur bei Personen mit Fieber, bei Diabetikern, älteren Menschen, sondern auch bei bestimmten Organen oder Gewebe vermindert sein.


Gesundheitliche Auswirkungen bei Hochfrequenz
Athermische Effekte

Bei der heftig geführten Diskussion um die nichtthermischen Effekte, auch athermisch genannt, bei denen die Energie so klein ist, dass sie nicht zur Gewebeerwärmung ausreicht, geht es also nicht um deren Existenz, sondern vor allem um deren Wirkung auf den Menschen.

Da die Wirkungsmechanismen nicht ausreichend bekannt sind, sind die Experimente in ihren Ausrichtungen und Untersuchungsgegenständen breit gestreut. Weil zudem die Bestrahlungsstärken und damit die biologischen Effekte gering sind, ist es nicht überraschend, dass die Ergebnisse oft uneinheitlich und schwer vergleichbar sind.

Bei der Untersuchung der krebserzeugenden Wirkung von Hochfrequenzstrahlung auf den Menschen ist man hauptsächlich auf epidemiologische Studien angewiesen. Das heißt, man vergleicht die Häufigkeit von Krebserkrankungen in exponierten mit nicht exponierten Bevölkerungsgruppen. Die schnelle Entwicklung des Mobilfunks hat hierbei aber zu einem doppelten Dilemma geführt. Zum einen ist es für Krankheiten wie Krebs, mit Latenzzeiten von vielen Jahren, eigentlich noch zu früh, um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten, zum anderen ist es heute durch den flächendeckenden Ausbau der Mobilfunknetze fast schon nicht mehr möglich, die notwendigen, unbelasteten Bevölkerungsgruppen zu finden.

Trotz all dieser Probleme gibt es schon recht aussagekräftige Studien, die der Unbedenklichkeit dieser Effekte widersprechen. Sie stellen schon unterhalb der bestehenden Grenzwerte Einflüsse auf das Zentrale Nervensystem und auf kognitive Funktionen, Schwächungen des Immunsystems, sowie Auswirkungen auf Krebserkrankungen fest.

Gemeinsam bei dieser Diskussion ist fast allen Parteien wie Forschern, Instituten und öffentlichen Stellen vor allem eines: Die wenigsten sehen sich in der Lage, klare Aussagen über die Wirkungen elektromagnetischer Strahlung zu machen. So überwiegen Formulierungen wie: "deuten darauf hin", "die Hinweise verdichten sich" oder "kann nicht mehr von einer Unbedenklichkeit ausgegangen werden". Aus diesem Grund sehen eigentlich alle Experten noch zusätzlichen Forschungsbedarf auf diesem Gebiet.

Und solange noch um biologische Wirkungen und verschärfte Grenzwerte gestritten wird, können Sie sich zu Hause - in gewissem Maße - vor elektromagnetischer Strahlung schützen.


Elektrosensibilität

Verein für Elektrosensible und Mobilfunkgeschädigte e.V.
c/o Paritätischer Wohlfahrtsverband

Charles-de-Gaulle-Str. 4
81737 München

tel:089 - 61 37 24 98
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Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf elektromagnetische Felder. Personen, die schon Feldstärken weit unterhalb der bestehenden Grenzwerte wahrnehmen können, werden als "elektrosensibel" bezeichnet. Die Schätzungen über ihren Anteil an der Bevölkerung betragen zwischen 1 und 5 Prozent.

Leider wird diesen Menschen oft vorgeworfen, ihr Unwohlsein sei nur psychisch bedingt und sie werden als Panikmacher, Elektrophobe oder Spinner abgetan. Studien beweisen aber zweifelsfrei, dass Elektrosensibilität existiert. Sie ist kein Produkt der Phantasie.

Elektrosmog kann in der Lage sein, unterschiedliche Krankheitsbilder zu fördern, auszulösen und zu beeinflussen. So klagen Betroffene z. B. über Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Unwohlsein, Antriebs- und Konzentrationsschwäche, Nervosität, Schwindelgefühle oder auch Hautreizungen.

Daher sollten Betroffene versuchen, ihr Umfeld möglichst elektrosmogfrei zu gestalten. Bestimmte Quellen lassen sich dabei zwar nicht völlig ausschalten, es ist aber möglich, die Gesamtbelastung deutlich zu reduzieren.

Hierbei will diese Plattform eine Hilfe bieten. Eine weitergehende, ausführliche Beratung durch einen Sachverständigen ist sicherlich sinnvoll, da diese Seite keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.

Zudem besteht die Möglichkeit, sich an den Verein für Elektrosensible e.V. zu wenden.