|
Magnetische Gleichfelder
(Magnetostatik)
Eigenschaften
Neben dem Erdmagnetfeld liegen magnetische Gleichfelder z.B.
bei stromdurchflossenen Gleichstromleitern, bei Permanentmagneten
und magnetisierten Eisenteilen vor. Die Einheit der magnetischen
Feldstärke ist A/m (Ampere pro Meter), davon abgeleitet ist
die magnetische Induktion T (Tesla).
Quellen
Magnetisierte Stahlteile in Betten und Möbeln, Federkernmatratzen,
Eisenträger in Fußböden, massive Armierungen, Stahltank im
Keller, Auto in der Garage unter dem Schlafzimmer, Gleichstrom
von Straßenbahn und O-Bus.
Wirkungen
Das Leben auf unserem Planeten hat sich unter der Randbedingung
des Erdmagnetfeldes entwickelt. Wirkungsdaten liegen etwa
zur Orientierung von Zugvögeln und anderer Tiere am Erdmagnetfeld
vor [Binhi V, 2002]. In vitro Untersuchungen an Nervenzellen
[Blackman CF, 1985] und mathematische Modelle [Thompson CJ,
2000] zeigen, dass die Orientierung und Stärke des Erdmagnetfeldes
ein wichtiger Faktor für die Reaktion des für Signalübertragungen
zentralen Kalzium-Ionen-Kanals ist. Tierversuche zeigen, dass
statische Magnetfelder die Produktion des Zirbeldrüsenhormons
Melatonin beeinflussen können [Reiter RJ, 1993].
Eine Untersuchung unter Berücksichtigung der Lichtexposition
zeigte eine signifikante inverse Beziehung zwischen der Intensität
der geomagnetischen Aktivität der letzten 36 Stunden, wobei
dieser Faktor mit vielen anderen Variablen korreliert ist,
ausgedrückt in nT und der Höhe des Melatoninabbauprodukts
6-Hydroxymelatoninsulfat (6-OHMS) im Morgenurin [Burch JB,
1999]. Im Hinblick auf konkrete Auswirkungen z.B. durch Verzerrungen
des Erdmagnetfeldes in Gebäuden auf Schlafverhalten und Wohlbefinden
finden sich einzelne Kasuistiken aus dem Bereich der baubiologischen
Messtechnik [Maes W 2005]. Die Datenlage zu möglichen gesundheitlichen
Wirkungen durch gebäudebezogene magnetische Gleichfelder ist
sehr unbefriedigend. Dies hat seinen Hauptgrund darin, dass
bis dato keine epidemiologischen Untersuchungen mit dem Expositionsfaktor
magnetische Gleichfelder durchgeführt wurden.
Neben dem Kompass zur Feststellung horizontaler Abweichungen
vom Erdmagnetfeld gibt es ein- und dreidimensionale Sonden
nach dem Fluxgate Prinzip zur Quantifizierung der Intensität
magnetischer Gleichfelder.
|
Zielwertaspekte
Derzeit kann, wenn man vom Ansatz des Ziels eines möglichst
ungestörten Erdmagnetfeldes ausgeht, empfohlen werden, Materialien,
die das Erdmagnetfeld stören, z.B. magnetisierte Eisenteile
wie Stahlträger, Türzargen, Heizkörper, Stahltanks, Federkerne
in Matratzen und Lautsprecherboxen im Nahbereich des Menschen
zu vermeiden.
weiter
|